Der weltweite Boom rund um künstliche Intelligenz (KI) hat eine Nebenwirkung, die auch Gaming betrifft: Arbeitsspeicher (RAM) wird knapper und deutlich teurer. Große Tech-Firmen kaufen derzeit enorme Mengen Speicherchips für ihre KI-Rechenzentren. Dadurch steigen die Preise – und das kann langfristig auch Auswirkungen auf Spielekonsolen haben.
Warum braucht KI so viel Speicher?
Moderne KI-Systeme laufen in riesigen Rechenzentren. Dort arbeiten tausende Computer gleichzeitig und benötigen große Mengen Arbeitsspeicher, um Daten schnell zu verarbeiten. Viele Hersteller konzentrieren sich deshalb stärker auf besonders leistungsfähige Speicherchips für diese Systeme. Für andere Geräte wie PCs, Smartphones – oder eben Spielekonsolen – bleiben dadurch weniger Kapazitäten übrig.
Die Folge: Die Preise für Speicherchips sind stark gestiegen. PC-Spieler spüren das bereits deutlich. Wer seinen Arbeitsspeicher aktuell aufrüsten möchte, zahlt teilweise das Drei- bis Vierfache im Vergleich zu den Preisen vor einigen Monaten.
Nintendo und Sony beobachten die Situation
Auch Konsolenhersteller beobachten die Entwicklung genau. Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa erklärte kürzlich, dass steigende RAM-Kosten “etwas sind, das wir genau beobachten müssen”. Branchenberichte gehen davon aus, dass Nintendo wegen der höheren Bauteilpreise den Preis der Switch 2 anheben könnte. Die Konsole kam 2025 auf den Markt und kostet derzeit rund 470 Euro (Angebote bei Amazon.de*).
Die Speicherkrise könnte sogar Auswirkungen auf kommende Konsolen haben. Laut einem Bericht von Bloomberg erwägt Sony intern, den Start der Playstation 6 zu verschieben. Statt wie ursprünglich erwartet könnte sie demnach erst 2028 oder sogar 2029 erscheinen. Hintergrund ist, dass die Produktionskapazitäten für Arbeitsspeicher voraussichtlich bis etwa 2027 stark ausgelastet sein werden. Für die nächste Xbox-Generation gibt es bislang keine ähnlichen Hinweise.
Jetzt kaufen oder warten?
Ob sich der Kauf einer Konsole jetzt lohnt, hängt vor allem von der eigenen Situation ab. Wer ohnehin bald eine Konsole anschaffen wollte, ein bestimmtes Spiel spielen möchte oder gerade ein gutes Angebot findet, sollte jetzt zugreifen. Dass die Geräte in nächster Zeit deutlich günstiger werden, gilt derzeit als eher unwahrscheinlich.
Warten kann sinnvoll sein, wenn noch keine konkreten Spiele im Blick sind oder unbedingt auf die nächste Konsolengeneration gewartet werden soll – also auf die Playstation 6 oder die neue Xbox, die frühestens 2027 erscheinen werden.
Bei Nintendo sieht die Lage etwas anders aus: Die Switch 2 ist seit 2025 auf dem Markt und wird noch viele Jahre aktuell bleiben. Mit Blick auf steigende Kosten kann es daher sinnvoll sein, schon jetzt zuzuschlagen. Für jüngere Kinder bietet allerdings auch die erste Switch weiterhin ein sehr großes und familienfreundliches Spieleangebot.
Mein Tipp ist daher: Willst du ohnehin eine (neue) Konsole kaufen und entdeckst gerade ein Angebot, dann lieber jetzt zugreifen als später. Denn wie die Lage in ein paar Monaten aussehen wird, ist zwar noch etwas ungewiss – aber tendenziell wird’s eher teurer.
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