Die Playstation 5 kostet inzwischen bis zu 900 Euro, Microsoft verlangt für eine neue Xbox Series X rund 800 Euro – und Nintendo hebt im September den Preis der Switch 2 an. Warum werden selbst ältere Konsolen plötzlich teurer? Und lohnt es sich für Familien, jetzt noch schnell zuzugreifen?
Eine Konsole, die seit fast sechs Jahren im Handel ist, müsste eigentlich günstiger werden. Bei Playstation 5 und Xbox Series X und S passiert gerade das Gegenteil: Die Hersteller haben ihre Preise teils kräftig angehoben. Auch die erst 2025 erschienene Nintendo Switch 2 wird bald teurer.
Für Eltern macht das die ohnehin nicht ganz einfache Kaufentscheidung noch unübersichtlicher. Trotzdem gilt: Bitte nicht allein aus Angst vor der nächsten Preiserhöhung kaufen. Entscheidend ist zuerst, welche Konsole wirklich zu eurem Kind und eurer Familie passt. Beim richtigen Zeitpunkt gibt es dann aber durchaus Unterschiede.
Das Wichtigste in Kürze
- Playstation 5: Sony hat die Preise zum 2. April 2026 um jeweils 100 Euro erhöht. Die normale PS5 mit Laufwerk kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung nun 649,99 Euro.
- Xbox Series X und S: Microsoft hat zum 1. August noch deutlicher aufgeschlagen. Die Xbox Series X mit Laufwerk kostet nun 799,99 Euro, die kleine Series S mit 512 GB offiziell 499,99 Euro.
- Nintendo Switch 2: Der Preis steigt zum 1. September von 469,99 auf 499,99 Euro.
Warum werden Konsolen plötzlich teurer?
Hauptgrund ist eine weltweite Knappheit bei Speicherchips. Konsolen benötigen Arbeitsspeicher und schnellen Flash-Speicher – vereinfacht gesagt also Bauteile, die Spiele und andere Daten bereithalten und schnell verarbeiten.
Genau diese Komponenten werden derzeit in riesigen Mengen für Rechenzentren und KI-Anwendungen gebraucht. Hersteller von Speicherchips bauen deshalb mehr besonders leistungsfähigen und profitablen Speicher für große Rechenzentren. Für klassische Unterhaltungselektronik wie Konsolen, Computer oder Smartphones bleibt weniger Produktionskapazität übrig. Das Angebot wird knapper, die Preise steigen.
Microsoft nennt das ungewöhnlich offen: Nach Angaben des Unternehmens sind die Kosten für Arbeits- und Massenspeicher innerhalb kurzer Zeit auf mehr als das Zweieinhalbfache gestiegen. Nintendo rechnet in seinem laufenden Geschäftsjahr ebenfalls mit erheblichen Mehrkosten, vor allem durch teurere Speicherbauteile und Zölle.
Sony bleibt allgemeiner und verweist auf den anhaltenden Druck auf die weltweite Wirtschaftslage. Dazu gehören neben den Chippreisen auch Wechselkurse, Zölle, Energie, Transport und andere Produktionskosten.
Ist also allein der KI-Boom schuld?
Nein – aber er ist ein wichtiger Verstärker. Schon in den vergangenen Jahren hatten Inflation, schwankende Wechselkurse und gestörte Lieferketten die Kalkulation der Hersteller verändert. Die stark wachsende Nachfrage aus KI-Rechenzentren trifft nun zusätzlich auf einen Markt, in dem sich neue Fabriken nicht kurzfristig hochziehen lassen.
Das Marktforschungsunternehmen Gartner erwartet deshalb, dass die Preise für Arbeitsspeicher und SSD-Speicher bis Ende 2026 noch deutlich steigen. Auch der Speicherhersteller Micron geht davon aus, dass die Nachfrage das Angebot über 2027 hinaus übersteigen könnte.
Solche Prognosen sind keine Garantie. Sie sprechen aber gegen die Hoffnung, dass Konsolen in wenigen Monaten automatisch wieder deutlich billiger werden.
Hinzu kommt: Konsolen werden traditionell mit sehr kleinen Margen oder anfangs sogar unter den Herstellungskosten verkauft. Geld verdienen Sony, Microsoft und Nintendo später unter anderem mit Spielen, Abonnements und Gebühren im jeweiligen Onlineshop. Wenn wichtige Bauteile plötzlich viel teurer werden, ist der Spielraum deshalb begrenzt.
Wann sollte man jetzt am besten eine Konsole kaufen?
Die kurze Antwort lautet: Nicht aus Panik – aber auch nicht mehr in der Erwartung, dass ältere Konsolen von selbst immer günstiger werden.
Nintendo Switch 2: Bei festem Kaufwunsch noch vor September
Wenn für euch ohnehin feststeht, dass in diesem Jahr eine Switch 2 ins Haus kommt, ist der Zeitpunkt derzeit günstig. Nintendo erhöht den Preis am 1. September offiziell um 30 Euro.
Preisvergleichsportale listeten die Konsole am 10. August allerdings bereits ab rund 415 bis 450 Euro und damit unter der bisherigen Preisempfehlung.
Das zeigt zugleich, warum kein Grund zur Hektik besteht: Eine höhere Preisempfehlung bedeutet nicht, dass jedes Händlerangebot am 1. September automatisch um 30 Euro steigt. Trotzdem ist es sinnvoll, in den kommenden Wochen Preise und Bundles zu beobachten. Besonders attraktiv ist ein Paket nur dann, wenn ihr das enthaltene Spiel oder Zubehör ohnehin kaufen würdet.
PS5: Auf ein gutes Angebot warten
Bei der PS5 steht aktuell kein weiterer Stichtag an. Wer sie nicht für einen unmittelbar bevorstehenden Geburtstag benötigt, kann deshalb auf eine Händleraktion warten.
Anfang August war die PS5 mit Laufwerk im Preisvergleich ab etwa 600 Euro erhältlich, die Digital Edition ab rund 510 Euro – also spürbar unter den neuen offiziellen Preisen.
Für Familien kann die Version mit Laufwerk trotz des höheren Kaufpreises langfristig günstiger sein. Spiele auf Disc lassen sich gebraucht kaufen, ausleihen, weitergeben und wieder verkaufen. Bei der Digital Edition seid ihr bei Spielen vollständig an den Playstation Store gebunden.
Xbox: Alte Bestände und Gebrauchtgeräte prüfen
Bei Xbox fällt die neue Preisempfehlung besonders schwer zu empfehlen. 799,99 Euro für die Series X sind deutlich mehr als ihr ursprünglicher Startpreis.
Im Handel waren Anfang August zwar noch günstigere Angebote und bei der Series S sogar vereinzelt Preise auf dem früheren Niveau zu finden. Solche Restbestände können interessant sein.
Ansonsten lohnt sich gerade bei Xbox der Blick auf zertifiziert wiederaufbereitete oder seriös angebotene gebrauchte Konsolen. Microsoft selbst bietet entsprechende Geräte an. Achtet bei privaten Angeboten auf den Zustand des Controllers, das Laufwerk, vollständiges Zubehör und einen nachvollziehbaren Kaufbeleg.
Sind Black Friday und Weihnachtsgeschäft noch gute Kaufzeiten?
Grundsätzlich ja. Ende November bieten Händler häufig Konsolenpakete mit Spielen, einem zweiten Controller oder Guthaben an. Allerdings sollte man nicht nur auf den groß gedruckten Rabatt schauen. Vergleicht immer den tatsächlichen Einzelpreis der Bestandteile.
Mein Tipp: Kaufen, wenn die Konsole wirklich gebraucht wird
Die aktuellen Preiserhöhungen sind ungewöhnlich und dürften uns noch eine Weile begleiten. Trotzdem sollte niemand eine Konsole nur kaufen, weil sie bald teurer werden könnte.
Für die Switch 2 gibt es derzeit den klarsten Zeitpunkt: Wer sie ohnehin in diesem Jahr anschaffen möchte, sollte vor dem 1. September nach einem guten Angebot suchen. Bei Playstation 5 und Xbox ist die Erhöhung bereits erfolgt. Hier sind Händleraktionen, Bundles und gebrauchte oder generalüberholte Geräte meist sinnvoller als ein Kauf zur neuen Preisempfehlung.
Am wichtigsten bleibt aber die Frage, was tatsächlich gespielt werden soll. Mario, Pokémon, Astro Bot, Minecraft oder die Spiele der Freunde sind für die Kaufentscheidung wichtiger als 30 Euro Unterschied.
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI zur Recherche optimiert.
Quellen: Sony zur PS5-Preiserhöhung, Microsoft zur Xbox-Preiserhöhung, aktuelle Xbox-Preise, Nintendo zur Preisänderung, IDC zur Speicherknappheit und Gartner zu steigenden Speicherpreisen.


